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Montag, 23. Dezember 2013

Von verlorenen Zähnen, Weihnachtswünschen und verschwundenen Geschenken

Unsere wilde Biene hat ihren ersten Zahn verloren. Einfach so, beim Spielen. Er ist auch nirgends zu finden. Nachdem sie sich vom ersten Schreck erholt hat, fragt sie nun Jeden aus, wann er denn seinen ersten Zahn verloren hat und ob der auch wirklich wieder wächst und ob der dann größer wird und, und, und…

Vom Weihnachtsmann wünscht sie sich übrigens nur zwei Sachen: Eine Elfe und einen rosa „Gelfin“.“…Das reicht ja auch!...“ meint sie. Ich könnte sie Knuddeln.

Das Träumerli hat keine materiellen Wünsche. Er wünscht sich Zeit mit der ganzen Familie zu spielen. „…und vielleicht was, was ich mir wünsche, was aber nur der Weihnachtsmann weiß, aber ich selber nicht….“ Mal sehen, ob das Gedankenlesen diesmal wieder funktioniert hat.

 Das Geschenk für den Brummbär ist…verschollen. Wiedereinmal, dass die Schusselliese aber auch immer soooo tolle Verstecke haben muss! Vielleicht taucht es ja bis Ostern wieder auf;-)

Den größten Wunsch haben wir uns ja schon erfüllt, mit dem eigenen Zuhause. Wir fühlen uns richtig wohl und so langsam verschwinden auch die Kisten aus den Kellern und Garagen. Nur unsere vielen Bücher brauchen noch ein neues Zuhause. Regale gibt’s nächstes Jahr.

Hach ich freu mich auf Weihnachten, auf Zeit mit der Familie, mit den Großeltern, auf strahlende Kinderaugen, Kerzenschein, Weihnachtsduft, den Weihnachtsbraten und mit ganz viel Glück auch Schnee????

Sonntag, 22. Dezember 2013

In Gedanken

Die längste Nacht des Jahres lässt uns denen nahe sein, die uns nur noch aus der Ferne zuschauen können.



In Gedanken
Du lebtest Dein Leben
warst für andere da
Für Familie und Freunde
ein Segen fürwahr.

Du warst liebenswert, freundlich
was man herzensgut nennt
Jemand, der gerne hilft
Den man auch gerne kennt

Du liebtest den Garten,
den Wald und dein Haus.
Auch bei Wind und bei Wetter
Zog es Dich hinaus.

Du hast mir auch gezeigt
dass mit Ruhe und Kraft
und Geduld und mit Wissen
alles man schafft.

Das Grab längst verschlossen
die Schmerzen vergehen
Die Tränen vergossen
Das kann keiner verstehen

Die Zeit bringt Vergessen
Doch was auch geschieht
Du lebst in Gedanken und in diesem Lied

Harmonie war Dir wichtig
kein Streit, kein Geschrei
Du wusstest immer was richtig
und gut für uns sei.

Und auch jetzt noch fühl ich Dich 
ganz tief in mir drin
wie Du zuschaust und schmunzelst
„Du kriegst das schon hin!“

Du wirst uns immer fehlen
wir vermissen Dich sehr.
Du musst Dich nicht mehr quälen
doch dein Platz ist nun leer.

Das Grab längst verschlossen
die Schmerzen vergehn
die Tränen vergossen
das kann keiner verstehn
die Zeit bringt Vergessen
doch was auch geschieht
Du lebst in Gedanken und in diesem Lied, diesem Lied…
Das Original dieses Liedes ist von Hartmut Engler (PUR). Ich habe es für meinen Opi umgeschrieben und es hat auch meiner Omi sehr viel bedeutet.

Das Weihnachtsmenü -Der Tag davor

 Weihnachten wird geschlemmt, aber natürlich soll Heilig Abend hauptsächlich Zeit für die Familie sein. Daher gibt es fast nur Sachen, die sich prima vorbereiten lassen:



Bratapfeldessert

 für 8 Personen:

5 Äpfel
Nüsse oder Mandeln
Etwas Butter
Zimt
Zucker
Honig
Kokosraspel
Rosinen

Die Äpfel waschen, entkernen und in Würfel schneiden.
Die Nüsse zusammen mit etwas Butter, Zimt, und den Kokosraspeln in einer Pfanne anrösten nun Honig, Rosinen und die Apfel zugeben und solange braten, bis die Äpfel eine weiche Konsistenz haben und leichten Karamelgeschmack haben. Zollte das ganze zu trocken sein hilft ein Schuss Apfelsaft.


1 großer Becher Natur-Joghurt (500g)
1 Päckchen Vanillepudding
Vanillezucker
1Vanilleschote
Zitrone
Zucker

In der Zwischenzeit koche ich den Vanillepudding nach Anleitung, allerdings mit etwas weniger Milch, dafür mit dem Mark einer Vanilleschote.
Der noch heiße Pudding wird nun unter den Naturjoghurt gehoben , mit etwas Zitronesaft und eventuell noch Zucker abgeschmeckt und in Gläser aufgeteilt (Vorsicht, macht die Gläser nur etwa 1/3 voll)

Inzwischen sollte die Apfel-Nuss-Masse fertig sein. Diese wird nun grob pürriert und über die Joghurt-Schicht gegeben. Nun muss das Ganze nur noch abkühlen und darf über Nacht im Kühlschrank durchziehen.


Gratulation, das Dessert ist schonmal fertig!


Nun bereiten wir noch schnell das Rotkraut vor.


In einen ausreichend großen Topf kommen Rotkraut, Speck (Nur das Weiße), 2 Äpfel (in Stücken), Lorbeerblätter, Nelken, Zimmt, Piment, ein Schuss Essig uuuund etwas Glühwein. Auf kleiner Flamme kann das Kraut nun mehrere Stunden sanft vor sich hinköcheln. Gelegentlich umrühren und etwas Glühwein nachgießen...und nicht zu oft kosten...)

Achja und der Flattermann...der wird morgen in aller Frühe gefüllt.
Das Trockenobst dafür könnt ihr schonmal ein O-Saft einweichen (in Rum geht auch...)

Füllung der Pute:
2 Zwiebeln
3 ½ EL Butter
100 Gramm Brot, Brötchen oder Toast vom Vortag)
75 Gramm Trockenobst
75 Gramm Nüsse oder Mandeln
75 Gramm Cranberries (getrocknete oder im Glas)
1 EL gehackte Petersilie und Rosmarin (je)
50 Gramm Frühstücksspeck
3 EL Orangensaft und 2 EL Orangenmarmelade)
eine Orange
Salz,
Pfeffer



Nüsse anrösten, Brotwürfel anrösten, Zwiebeln klein hacken und in Butter anbraten

Alle Zutaten vermengen, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen.

Für die Pute selbst:

Die Pute von innen und außen gründlich abspülen, dabei den Beutel mit den Innereien aus der Bauchhöhle nehmen. Überschüssiges Fett aus dem Bauch entfernen. Eventuell noch vorhandene Federkiele mit einer Pinzette entfernen. Pute von innen und außen gut trocken tupfen. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.

  Die Pute innen mit Salz und Pfeffer würzen und die Füllung hineingeben. Die Bauchöffnung mit Holzspießchen zustecken und wie bei einem Schnürschuh um die Holzspieße schlingen und festziehen. Die Fettdrüse abschneiden. Keulen zusammenbinden.

Butter, O-Saft und Rosmarin verrühren. Den Vogel rundherum mit der Rosmarinbutter einreiben und mit Salz und Pfeffer würzen. Mit der Brust nach oben auf eine Fettpfanne legen und mit dem Frühstücksspeck belegen. Orangenscheiben auf dem ganzen Puter verteilen und mit Zahnstochern fixieren. Das Aroma zieht beim Braten wunderbar ins Fleisch und hält das Fleisch saftig.
Pute locker mit Alufolie einhüllen (wie ein Zelt) und dabei eine kleine Öffnung lassen, damit der Dampf entweichen kann.

In den Ofen geben, auf 160 Grad herunterschalten und mindestens 1 Stunde pro Kilogramm braten. (meiner wiegt 6 kg plus Füllung, also wird er etwa 7 Stunden brauchen)


Vor dem Essen müssen dann nur noch die Klöße ins Wasser, oder ein paar Kartöffelchen gekocht werden. Braten und Rotkraut bedürfen kaum noch Pflege.

Montag, 9. Dezember 2013

2. Advent

Wir haben es tatsächlich geschafft. Pünktlich zum 2. Advent ist es wohnlich, weihnachtlich hier. Die neue Stube ist fein geschmückt, es duftet nach Räucherkerzen und die Kinder haben schon Weihnachtssterne gebastelt. Auch die Weihnachts-CDs sind aus den Kisten wieder aufgetaucht..nur die Kerzen fehlen noch.

Wenn der Brummbär nach Hause kommt, werden wir noch schön auf den Weihnachtsmarkt gehen. Hach ich freu mich!

Montag, 25. November 2013

Der Rote Salon Teil 2 und als Dreamteam viel geschafft

Am Wochenende waren wir richtif fleißig. Der Rote Salon (unser Schlafzimmer hat seinen Fußboden bekommen. Dafür musste der Alte natürlich erst raus. Mit tatkräftiger Unterstützung war das ein Klacks (naja nicht wirklich, zumal das was unter dem alten Fußboden zum Vorschein kam meinen schlimmsten Befürchtungen entsprach...) Trotz aller Widrigkeiten hat das Dreamteam Am Samstag abend den Fußboden drin gehabt. Er ist Traumhaft schön, und wir sind ganz schön stolz.

Sonntag ging im Wohnzimmer weiter. Auch dort musste der alte Tppichboden weichen. Der Mietzenopa hatte Tags zuvor schon die Wand von alter Panele befreit und das Träumerlie hatte fleißig Tapete abgepult. So konnten wir mit begeisterter Unterstützung der Wilden Biene schon tapezieren. Auch das haben wir als Dreamteam entgegen aller Befürchtungen des Brummbären recht gut hinbekommen.

Heute ist auch schon viel passiert. Das "Schrankproblem" berichte ich vielleicht später...jedenfalls war heute der Schreiner hier...es ist lösbar und somit kein Problem mehr.
Im roten Salon wird gerade ein Heizkörper versetzt, um Platz für ebendiesen Problemschrank zu schaffen. In den Kinderzimmern ist auch schon die Tapete runter (der alte Fritz hatte immer hübsch um seine Möbel herumtapeziert) Aber wir sind ja nun tapeziererfahren;-)  Mein Zeitpolster schmilzt.

Heute hat der Brumbär Geburtstag, ob ich ihm ne großé Rote Schleife ans Haus pappe?

Bilder gibt es später. Jetzt gehts weiter!

Freitag, 22. November 2013

Der Traum vom Haus, der Rote Salon und 5 cm zu wenig

Ihr lieben, wir haben uns ja die letzten Monate sehr rar gemacht. Das hatte verschiedene Gründe. Einer davon war das Wasser…oder vielmehr seine Folgen. Der Andere war ein Haus, über das wir buchstäblich gestolpert sind. Da ja die 1000-Zahnmutter schon immer von was eigenem mit Gärtchen träumt, und man für seine Träume auch was tun muss läuft schon seit Jahren ganz unverbindlich nebenher eine Suche im Internet, nach Häusern in der Umgebung. Immer wenn mal wieder was ins Beuteschema passt, kommt eine nette Mail…Mama guckt, träumt, manchmal zeigt sie es dem Brummbär, der dann standesgemäß brummt und dann ist die Sache wieder vergessen. Meistens, aber nicht diesmal. Irgendwie zeigte der Brummbär plötzlich Interesse, also nicht lange gezögert und Besichtigungstermin ausgemacht. Alles perfekt…außer, dass ein Zimmer fehlte…aber der Keller liegt im Souterrain und da ist noch ein großes Zimmer, schnell war klar, das wird unser Schlafzimmer. Der Kauf, oder besser die Zeremonie die damit einhergeht ist eine Geschichte für sich aber seit Montag haben wir den Schlüssel für das Haus. Alle Zimmer sind auf dem Computer Perfekt eingerichtet, alles passt, Mama ist glücklich. Auf in den Baumarkt zum Farben kaufen. Zum Glück sind Baumärkte viel logischer eingerichtet als Supermärkt. Mama findet sich zurecht—hurra! Wir streichen wir die Schlafzimmerwand? Achtung, gewisse Familienmitglieder werden vermutlich ein dejavu erleben. Mama: „--Ich hatte an ein zartes Grün gedacht…“ Stirnrunzeln beim Brummbär machte klar, damit kommen wir auf keinen grünen Zweig. Er wollte was kräftiges….ein dunkles kräftiges Rot (die von Mama bevorzugte Pflaume gabs nicht, oder wurde nicht gefunden)…NEIN, nicht das hellere da, das ist zu PINK!!!! Ok, Eimer eingepackt, Bei der Wohnzimmertapete herrschte wieder Einigkeit (vielleicht hat der Brummbär aber auch nur kapituliert:-) Am Mittwoch wurde dann mit dem Träumerli zusammen die Wand gestrichen, nun ja ist sieht interessant aus…ziemlich PINK!!!! Da wir ja gemeinsam ausgesucht haben müssen wir wohl die nächsten 5 Jahre damit leben. Wir schlafen also im Roten Salon. Sagte ich vorhin die Möbel passen perfekt??? Tja würden sie, wenn man die Höhe außer Acht lässt. Kellerräume sind nämlich leider keine 2,40m hoch…sie sind ziemlich genau 2,20 Meter. Unser Schlafzimmerschrank ist 2,24!!! Finde den Fehler! 2 Nächte Grübelei bringen hoffentlich die Lösung. Ohne Sockel und mit gekürzten Seitenwänden, wären wir bei 2,18m…das würde dann saugend passen… Ich hoffe sehr wir bekommen das hin und bin gespannt auf die nächste Überraschung.

Dienstag, 18. Juni 2013

Wasser, Wasser, Wasser... Hochwassertagebuch

1.6.2013
Es regnet seit Tagen, Lisas Kindertag wurde gestern wegen des Wetters abgesag, ebenso wie die meisten Feste hier in der umgebung. Uch muss irgendwie an die Bibel denken. Es regnet und regnet und regnet. Ich stehe auf dem Balkon und schaue zur Elbe. Viel Wasser hat sie, aber es geht noch. Irgendwie habe ich die ganze Zeit das Gefühl, fliehen zu müssen, dabei sieht eigentlich noch alles normal aus. Nur eben nass.

3.6.2013-5.6.2013

Erste Hochwassermeldungen von Elbaufwärts gehen ein, ebenso von Mulde und Saale. Erinnerungen an 2002 werden wach. Ich habe eine Schulung. Männe ist daheim. Wir bekommen die Naricht, dass die Helfer die Dämme in unserer Gegend nicht verstärken dürfen. Was bricht das bricht eben, ist die Aussage. Nicht gerade beruhigend. Gegen Mittag fährt die Feuerwqehr durch unseren Ort und sagt "zur evakuierung vorbereiten. Männe erreicht mich nicht und versucht verzweifelt meinen Nähkeller auszuräumen. Er räumt verzeifelt drei Tage lang alles aus was geht. Ich versuche für den Ernstfall zu packen. Was braucht man alles, wenn mann evakuiert ist? Was machen wir mit den Kindern? Wie lösen wir das mit dem Strom?

Dienstag haben wir die Kinder zu Oma und Opa gegeben und Koffer gepackt, Mittwoch sind wir raus, als das Wasser drohte und einzuschließen. Seit der Nacht zum Donnerstag morgen ist kein rankommen mehr. Also haben wir bis dahin alles richtig gemacht.
6.6.2013
Das Wasser ist da, Nahezu alle elbnahen kleinen Orte sind vom Wasser umschlossen, aber wir hatten diesmal echt viel Zeit um Hab und Gut zu sichern. Nun müssen wir warten, was das Wasser so anrichtet.

Der Strom ist vielerorts abgeschsaltet.

Uns selber geht es gut, wir sitzen trocken, haben "Meerblick" und dürfen bei Sonnenschein im Sand spielen;-) will heißen Sandsäcke füllen, mit Kinderschäufelchen, denn die großen Schaufeln sind unauffindbar.

Mir tun alle die Leid deren Eigenheim, Firma...eben die Existenz bedroht ist. Bei uns ist es lediglich der (leergeräumte) Keller eines Mietshauses. Also purer Luxus und gar kein Problem (auch wenn mein Mann das anders sieht)

Mein lieber Mann hat sogar zuerst alle meine Stoffe und die Nähmaschinen gerettet;-)

Ich geh brav arbeiten und habe sogar den Vorteil, dass ich hier duschen und warm essen kann. Viele, viele haben nichtmal ein richtiges Bett zum Schlafen gehabt, diese Nacht.

Übrigens seit das Wasser nun wirklich da ist, geht es mir wieder gut. Die Ungewissheit vorher war die Hölle.



7.6.2013

Alle elbnahen Orte sind mittlerweile zu Inseln geworden, und nicht mehr erreichbar. Wie es dort aussieht, werden wir erst sehen, wenn das Wasser wieder weg ist.
Wir sind bei Freunden untergekommen und warten, dass wir irgendwann mit dem Aufräumen beginnen können. Momentan werden hier sehr viele Sandsäcke "sinnlos" gefüllt, denn die Menschen brauchen noch etwas zu tun, um nicht durchzudrehen.
Ich hoffe ja inbrünstig, dass diese 100e von Säcken elbabwärts gebracht werden, wo sie noch gebraucht werden. Hier kommt keiner mehr an die Deiche heran, also kann sie auch keiner verstärken. Die Elbe hat ihr altes Bett zurücherobert und sich über eine gigantische Fläche ausgebreitet.

Die Lage hat sich seit gestern nachmittag nicht verschlimmert, aber das Wasser sinkt auch nicht merklich. Es ist einfach nur da und weicht alles auf...eigntlich sieht es wunderschön aus....



THW und Feuerwehr pumpen Klärgruben aus und versuchen wichtige Verkehrswege freizuhalten. Wenn jemand helfen will, dann bei der Versorgung der Helfer und der evakuierten Leute und derer, die keinen Strom haben. Auch Notunterkünfte werden gebraucht oder mal eine warme Dusche...

Danke hiermit auch an alle, die Zuspruch und Hilfe anbieten. Das tut unheimlich gut.

10.6.2013

So langsam ist meine positive Energie alle. Noch immer gibt es keine Chance in unseren Ort zu kommen. Für Schwimmpanzer ist es zu tief, für Boote fehlt eine geschlossene Wasserfläche. Der Damm droht noch immer zu brechen.

Die Politiker klopfen sich auf die Schulter, wie gut sie die Stätde hier geschützt haben, die kleinen Orte werden vergessen. Menschen die im Ort geblieben sind (weil der eine Insel ist, haben um Wasser und Benzin gebeten...bekommen sie nicht, hätten ja vorher rauskommen können. Den THW-Shuttle gibt es nur laut Internet und Zeitung, aber nicht für uns.
Für die Kinder habe ich noch bis Mittwoch ein zuhause bei Oma...danach haben wir erstmal keins mehr, denn es sieht im Moment nicht so aus, als könnten wir wieder in den Ort. Der Hohn ist, die Häuser stehen schon nicht mehr im Wasser, dabei müsste jetzt dringend saubergemacht werden und trockengelegt, aber keiner kommt ran. Keiner weiß, wie groß die Schäden sind. Strom gibt es natürlich auch keinen...unsere Fische werden wohl nicht überleben.

Hier geht es nicht ums Geld. Es geht um ganz einfach Information und Unterstützung der Betroffenen. Wir haben keine Anlaufstelle. Die Polizei und Zoll bewachen die Zufahrten zum Ort, wissen aber nur, dass sie keine rein und rauslassen dürfen. Was die armen Schweine sich schon alles anhören mussten...
Wir stehen noch bis zum Hals im Wasser, aber die Hilfe ist schon abgezogen nach Norden, oder in die Städte. Wir waren von anfang an als Bauernopfer bestimmt, denn es gab die Weisung von ganz oben, an unseren Dämmen wird nicht gemacht, wenn sie überlaufen, dann sollen sie das und wenn sie brechen dann sollen sie das auch, gut für Riesa, wenn es vorher breit läuft...ich freu mich für alle Elbabwärts denen das vielleicht trockene Füße beschert hat. Ich hoffe es ist so, denn dann ist dieser Mist hier nicht ganz umsonst.

Leider hat mein Ort weder eine Michviehanlage noch irgenwelches Handwerk noch Industrie, die schützenswert ist. Nur 105 Menschen, von denen 21 drin sitzen und nicht raus kommen und der Rest der fassunglos wartet und wartet und wartet und nicht reinkommt.
Dieses Warten macht mürbe und wütend. ...und so ganz nebenbei gab es gestern gleich noch mehr Unwetter mit Starkregen.
 Mir würde es gerade helfen, wenn jemand meinen Kopf aufräumen könnte. Mein Mann ist völlig am Ende, die Kinder müssen am Mittwoch wieder herkommen (wohin???) Schule und Kita sind noch zu, ich muss arbeiten, meine Oma ist gestorben und am Freitag die Beerdigung...Wasser ist fast sekundär. Und ich bin mir sicher, dass es Hilfe oder sowas gibt, nur wir erfahren nix davon, wir wissen nichtmal, wo unsere Anlaufstelle ist.

15:00Uhr
DANKE, DANKE, DANKE!!!!!!

Auf das einfachste kommt man oft nicht. Männe hat auf der Gemeinde angerufen. So gegen 16:00 Uhr soll wohl eine Entscheidung fallen, wie es für uns weitergeht. Der Rest wird sich sicher auch noch klären. Mit ein klein wenig Abstand wird der Kopf doch klarer und die Arbeit tut mir ehrlich gesagt ganz gut. Wenn es hart auf hart kommt, muss ich Urlaub nehmen, den würde ich dann auch bekommen.

Offiziell von Arbeitnehmerseite kam sofort noch letzten Montag ein Rundschreiben, dass wir verpflichtet sind, pünktlich auf Arbeit zu erscheinen, egal, wie. Vom Bahnhof wurde sogar ein Taxi-Service eingereichtet, damit wir auf Arbeit kommen, da die Zufahrtsstraßen ja unpassierbar sind. Für die Kinder gibt es ja schließlich eine Notbetreuung...Mir wäre es lieber, wie bräuchten die nicht. Aber alles wird gut!

Wie gesagt, ich kann vollkommen verstehen, dass man dort schützt, wo viele Menschen und hohe Werte sind, aber als Anwohner eine kleinen Ortes fühlt man sich da schon recht hilflos, minderwertig und im Stich gelassen.

Die Nummern auf der MDR-Website haben wir als erstes angerufen, die sind für uns nicht zuständig. Auf der Website von unserem Ort gibt es eine Nummer, die klingelt sich auch tot (abgesoffen???)
Nue der Bürgermeister persönlich war erreichbar, weiß jetzt, dass es uns paar Hanseln auch noch gibt und er kümmert sich. Der Arme Kerl hat schon fast seit ner Woche keinen Schlaf. SEINEN JOB möchte ich jetzt auch nicht machen.

Danke euch allen für den Zuspruch, die Tipps und das Mitgefühl. Obwohl sich hier noch nix geändert hat, geht es mir schon sehr viel besser.
17:00
Ich bin noch auf Arbeit, da wir eh nix machen können. Bis Morgen Mittag kommen wir nicht ran, danach gibt es nachmittags tatsächlich einen Shuttle-Service. Ich glaub die THW Leute bekommen ne riesige Schoki von mir!
Immerhin weiß man jetzt, dass es uns noch gibt, und es tut sich was. Den Rest bekommen wir auch noch gebacken. Mein Arbeitgeber ist schon ok. Wenn wir aufräumen müssen, kann ich die Stunden nehmen, die ich gerade noch länger mache. Morgen fange ich einfach um 4 früh an, dann kann ich pünktlich 12:00 uhr am Shuttle stehen und zu Hause nach dem rechten sehen. Bis dahin scheint zumindest wieder die Sonne. Tschakka!



11.6.2013

Nur kurz: alles ist gut. Männe hat unbezahlt frei bis Montag. Heute Nachmittag dürfen wir mit Shuttle zum Haus, die Kinderbetreuung ist auch gesichert. Jetzt kann ich endlich das tun, was ich kann. Pumpen organisieren und Trockengeräte...(bin ja in Feuerwehr und Technik, das muss doch für irgendwas gut sein) 
12.6.2013

Erste Räumaktion geschafft. Alle Fische leben noch. Der Keller und somit auch mein Nähzimmer sind über Monate hin erwartungsgemäß nicht zu gebrauchen.Wann wieder Strom im Haus sein wird, ist ungewiss. Ansonsten alles gut. Wohnung ist trocken und wir können in hochgekrempelten Hosen zum Haus waten. Alles wird gut. 








13.6.2013

 Hier sind Helfer aus ganz Deutschland. In unsere "evakuierten" Orte durften aber nur Anwohner, keine Angehörigen und Helfer zurück, da ja immer noch Dammbruchgefahr bestand. Wir haben es aber auch so geschafft. Sogar unsere drei Aquarien haben es bisher ohne Verluste überstanden.

Seit gestern kam auch die Feuerwehr durch und hat begonnen die tiefer gelegenen Häuser auszupumpen. Unser Keller ist schon wieder Wasser- und schlammfrei, wenn auch noch lange nass. Heizung und Strom müssen erst noch trocken gelegt werden, aber er wird Stück für Stück.

Sogar die Leute von der Bereitschaftspolizei kamen durch und fragten, wo sie mit anpacken können. Es ist schon toll, was für Leute man hier kennenlernt.

Hier sind viele, die nun schon zum zweiten Mal ihr zuHause verloren haben. Einige bekommen noch nichtmal die Soforthilfe, weil sie ihre Wohnung nach 2002 gerade erst wieder bezugsfertig hatten, aber noch nicht offiziell wieder eingezogen waren. Nun stehen sie wieder vor dem Nichts. Das tut mir soooo leid.

Ich habe gestern teilweise nur Seelsorger gespielt, neben der Räumerei, ich hoffe dass ich auch damit etwas helfen konnte.

Übrigens kommen wir heute abend nach Solingen, Abschied von meiner Omi nehmen.

Mein Kinderbetreuuungsproblem ist gelöst, mein Schwiegerpapa hat frei bekommen und ist nun allein zu Hause mit den zwei Rabauken und meiner behinderten Schwägerin. Ich fürchte der braucht am Samstag ne Wiederbelebung, der arme, und ein Riesengroßes Dankeschön.

15.6.2013

Die Müllberge vor dem Haus sind tatsächlich schon weggeräumt. Wir haben "ein bisschen Strom", das heißt es gibt ein Verteilerkabel aus dem Keller an dem wir unsere Aquarien anklemmen können. Alle Fische haben überlebt. Nun fahren wir endlich zu den Kindern. Morgen hat meine Mutti geburtstag und danach gehts endlich heim. Wieder im eigenen Bett schlafen, wieder Gute-nacht-Geschichten erzählen, wieder halbwegs normal leben. Traumhaft.

17.6.2013

Es ist wieder Strom da, also hat Männe gleich mal den Kühlschrank gefüllt und ich konnte endlich wieder was "Richtiges" Kochen. Hach, Strom ist echt Luxus. Nur die Heizung geht noch nicht, daher ist das Duschwasser nicht nur kalt sondern eisig....bibber. Noch was worauf man sich freuen kann. Eine warme Dusche...bald!
Der Große hat ab heute wieder Schule.

18.6.2013

Alles wieder fast normal. Einige Straßen sind noch gesperrt. Kalt waschen und duschen ist noch angesagt. Die Wohnung steht noch voller Kisten, da der Keller ja erst trocknen muss. Aber ansonsten ist wieder alles herrlich normal-chaotisch.
Es gibt noch immer viele,  viele, die es nicht so gut haben, wie wir. Die noch immer nicht nach Hause können, vielleicht nie mehr. Die noch immer nicht wissen, wie es weitergeht. Vielleicht können wir alle ein klein wenig helfen. Mit einer Unterkunft, mit einem offenen Ohr, mit einem warmen Essen (Fastfood auf Dauer macht schlechte Laune), mit der Möglichkeit warm zu Duschen oder die Kleidung zu waschen.

Ein riesiges Dankeschön an alle, die uns in den letzten Wochen mit all dem unterstützt haben und vor allem auch an meine Schwiegereltern, die den Kindern in der Zeit ein schönes Leben ermöglicht und uns eine riesige Sorge abgenommen haben. Und an meine Eltern, die trotz eigener Sorgen immer ein offenes Ohr für mich hatten.


Nachtrag: Jetzt wo wir wieder Strom und Zeitung haben, muss ich sagen ES GAB die Informationen, die wir so verzweifelt gesucht haben. Nur leider bringen die ganzen schönen neuen Informationswege den Betroffenen gar nix, denn wer hat mitten im Wasser schon Internet?